Dezember 2019
Die Jahresabschlüsse 2015 und 2016 werden vorgelegt
Beide Abschlüsse kamen mit mehreren Jahren Verspätung. Schon damals wurde öffentlich darüber gestritten, wie belastbar die Haushaltsprognosen der Stadt sind.
Chronik
Defizite, ausstehende Jahresabschlüsse, Investitionen und Verschuldung wurden in Nidderau seit Jahren öffentlich diskutiert. Hier stehen die Stationen, und darunter jeweils die Quelle. Jeder kann sie selbst nachlesen.
Dezember 2019
Beide Abschlüsse kamen mit mehreren Jahren Verspätung. Schon damals wurde öffentlich darüber gestritten, wie belastbar die Haushaltsprognosen der Stadt sind.
Herbst 2020
„In den letzten Jahren ist es der Stadt kaum gelungen, mit ihren über 40 Millionen einen positiven Jahresabschluss vorzulegen."
Auf die Frage, wie Nidderau Einnahmen erhöhen und Ausgaben senken könne, nannte ich damals Gewerbeansiedlung, Fördermittel und die wirtschaftliche Entwicklung von Baugebieten. Die Antwort steht bis heute online und ist nachprüfbar.
2022 / 2023
Bei den Beratungen zum Doppelhaushalt 2023/2024 ging es um fehlende aktuelle Jahresabschlüsse und um die geplante Investitions- und Kreditentwicklung. Der Haushalt wurde mehrheitlich beschlossen, ein Teil der Stadtverordneten stimmte dagegen.
November 2025
Die Kommunalaufsicht des Main-Kinzig-Kreises machte die Genehmigung des Haushalts von einer „deutlichen Reduzierung der geplanten Kreditaufnahme" abhängig. Das gesamte Investitionsprogramm musste überarbeitet und priorisiert werden.
Der Kämmerer nannte das Programm damals selbst „schwierig in der bestehenden Dimension finanzierbar". Ab diesem Punkt ging es nicht mehr nur um unterschiedliche politische Einschätzungen, sondern um die Bewertung der Aufsichtsbehörde.
März 2026
Auf Bitten der Stadt untersuchten Fachleute des Hessischen Innenministeriums und des Landesrechnungshofs die Haushaltslage. Ihr Befund: Die laufenden Einnahmen decken die laufenden Ausgaben nicht mehr, die Rücklagen sind weitgehend aufgebraucht.
Als Wege nannten sie unter anderem interkommunale Zusammenarbeit bei Verwaltung, Feuerwehr und Bauhof sowie eine Überprüfung der freiwilligen Leistungen. Eine Erhöhung von Gewerbe- und Grundsteuer wurde dabei als letztes Mittel benannt.
September 2026
Nach Angaben der Stadt bleibt nach vierzig beschlossenen Sparmaßnahmen und der Reduzierung der Sach- und Dienstleistungen um 2,6 Millionen Euro eine Lücke von gut fünf Millionen. Um sie zu schließen, wird ein Hebesatz von rund 1.400 Prozentpunkten genannt. Die Stadt schreibt zugleich, dass weitere Einsparungen diesen Wert senken können.
Genau darum geht es mir: Bevor die Belastung in dieser Höhe kommt, gehören alle Einsparmöglichkeiten auf den Tisch — nachvollziehbar und durchgerechnet.
Sie zeigt nicht, dass jede Entwicklung vorhersehbar war. Corona, Inflation, steigende Personal- und Sachkosten, Veränderungen bei Kreis- und Schulumlage und beim Kommunalen Finanzausgleich haben alle Kommunen getroffen, nicht nur Nidderau. Das gehört zur Wahrheit dazu.
Sie zeigt aber, dass die Fragen nach Jahresabschlüssen, Investitionen, Verschuldung und Haushaltskontrolle nicht neu sind. Sie wurden über Jahre gestellt, und die Aufsichtsbehörde hat sie 2025 bestätigt.
Bei den Finanzen dieser Stadt sollten wir nicht nur über die nächste Steuererhöhung sprechen, sondern über den Weg dorthin. Welche Entscheidungen wurden getroffen? Wie hat sich die Verschuldung entwickelt? Welche Warnungen gab es, und was wurde daraus? Deshalb stehen hier die Originalquellen und nicht meine Zusammenfassung.
Alle Links führen zu den Originalveröffentlichungen. Zahlen und Zitate stammen aus diesen Quellen. Sollte Ihnen ein Fehler auffallen, schreiben Sie mir — ich korrigiere ihn.